Koudougou im Oktober 2016

Im Jahr 2016 reisten wir am 08. Oktober nach Burkina Faso. Die Reise führte über Istanbul, dauerte insgesamt 16 Stunden und fühlte sich ziemlich anstrengend an. Am Flughafen erwartete uns Patrice, der Generalvikar von Koudougou, – allein.  Das war ziemlich ungewöhnlich, da ihn normalerweise immer mindestens noch eine Person begleitete – auf jeden Fall aber Laurentine. Den Grund erfuhren wir schnell: in Burkina herrschte weit verbreitet eine Epidemie – eine hochansteckende Augenkrankheit. Ganze Familien, Höfe und auch das Kinderhaus waren davon betroffen. Die Krankheit äußerte sich durch heftiges Jucken und Tränen der Augen, manche konnten ihre Augen über Tage nicht öffnen, andere wurden durch stechende Schmerzen beeinträchtigt. Über den Kontakt der Hände wird die Infektion übertragen, so dass im Kinderhaus fast jeder betroffen war. Für uns hieß diese Botschaft, dass wir die ersten beiden Tage nicht zu den Kindern durften und uns am Hotel aufhalten sollten. Wir besuchten unsere Schneiderin, Assetou Keré, in ihrem kleinen Atelier und gaben Kissen, Taschen, Schürzen und diverse Kleinigkeiten in Auftrag. Unsere Mitbringsel, in Form von Nähgarn, Knöpfen, Reißverschlüssen, Nadeln etc., sorgten für übergroße Freude und von Herzen kommende Dankbarkeit. Auch der Verdienst, den wir durch den Verkauf der Taschen und Kissen in Deutschland erwirtschaften konnten, bereitete unfassbares Erstaunen und große Dankbarkeit.

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Am Dienstag ging es dann zum ersten Mal ins Kinderhaus. Die Maternelle hatte gerade ihre Hofpause und so wurden wir von den Kindern stürmisch empfangen. Jedes Kind wollte uns die Hände schütteln, doch wir sollten uns ja zurückhalten… Die Kleinsten, im Alter von 1-2 Jahren erkannten uns nicht wieder. Einige fremdelten, begannen zu weinen und steckten andere an.

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Das legte sich jedoch mit der Zeit, immer öfter kamen die Kleinen, suchten unsere Nähe, wollten auf den Arm genommen werden oder auf den Schoß. Besonders schmusebedürftig zeigte sich Deaogracias. Mit ihrem gewinnenden Lächeln schaffte sie es immer wieder, dass man sich ihr in besonderem Maße widmete.

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